Die Geschichte des SV 1914 Pfeddersheim e.V.

"Ein Kleeacker und 4 Bohnenstangen"

Der SV Pfeddersheim wurde 1914 gegründet und ist damit der älteste fußballspielende Sportverein in der ehemals freien Reichsstadt. Am Anfang traf man sich zum Training auf einem Kleeacker. 4 Bohnenstangen dienten in der Pionierzeit als Tore. Leider konnte der Sport wegen des ausgebrochenen Ersten Weltkriegs nur kurze Zeit ausgeübt werden. 1919 trafen sich die alten Sportkameraden wieder und neues Leben kam in den Verein. Unter Vorsitz von Georg Frieauff wurde ein Platz an der Monsheimer Straße gepachtet; und es kam zum ersten regulären Spielbetrieb. In der Saison 1920/ 21 nahm man erstmals an den Verbandsspielen teil. Man hatte 3 aktive und 2 Jugend-Mannschaften und die Erste wurde auf Anhieb Vierter in der C-Klasse. 1921/ 22 rückte diese Elf in die B-Klasse auf und 1924 gelang sogar der Aufstieg in die A-Klasse. 1925 gelang man als Zweiter erneut der Aufstieg und bis 1938 spielte man mit wechselndem Erfolg in der A- und B-Klasse. 1938 kam es auf politisches Geheiß zur Verschmelzung mit der TSG; das Vereinsvermögen ging im Dritten Reich verloren. Zu Beginn der 50’er Jahre reifte bei den alten Kameraden die Idee den SV 1914 wieder aufleben zu lassen. So kam es am 24.08.1952 zur Wiedergründung. Werner Stein in dieser Zeit als linker Läufer und Verteidiger am Ball erinnert sich: „Gleich in der Saison 53/54 errangen wir ohne Punktverlust die Meisterschaft in der C-Klasse.

Über all die Jahre wuchs eine tolle Kameradschaft, man half sich gegenseitig beim Bau und verbrachte viele schöne Abende im Vereinsheim Boxheimer.“ 1954 wurde im Zuge der Pfeddersheimer 1200-Jahr-Feier auch das 40. Vereinsjubiläum groß gefeiert. Der größte Erfolg in den folgenden Jahren war der Kreispokalsieg im Jahr 1956 als man in Herrnsheim gegen Abenheim vor stattlicher Kulisse 3:2 siegreich blieb. Überhaupt waren in dieser Zeit 500 Zuschauer in der B-Klasse keine Seltenheit. In dieser Zeit waren so bekannte Pfeddersheimer Fußballgrößen wie Georg Sittel, Hans Gall, Gerd Longwitz, Philipp Stein, Werner Stein, Georg Selzer, Alois Schuhmacher, Wilhelm Müller, Willi Maurer, Heini Weygand, Rudi Boxheimer, sowie später noch Horst Thienel, Rudi Dörfer, Friedel Kreis, Manfred Ostermayer, Heinz Berkes, Edwin Hollstein und Horst Graf am Ball. „Legendär waren auch unsere Ausflüge“, erzählt Werner Stein, „1955 waren wir beim SV Alsenborn eingeladen. Das Freundschaftsspiel dort haben wir nach 3:0-Pausenführung noch 3:4 verloren; der Schiri hatte etwas gegen uns.“ 1956 ging es gar für eine ganze Woche nach Leipzig. 3 Spieler der 14’er lernten dort ihre späteren Frauen kennen. Bis 1962 spielten die 14’er in der B-Klasse. Dann mußte man mangels Nachwuchs den Spielbetrieb einstellen. Doch Helmut Bogner, der über Worms hinaus, bekannte SWFV-Funktionär, war bis zu seinem leider allzu frühen Tod 1998, immer noch eingefleischter 14’er und hielt u.a. als Schiedsrichter die schwarz-weißen Farben hoch.

 

Feste wurden beim SV 1914 schon immer zünftig gefeiert wie die Bilder zeigen